Wendeschleifensteuerung

Zweck der Schaltung

Diese Wendeschleifensteuerung ist eine einfache und kostengünstige Automatikschaltung für eine Wendeschleife aus zwei Gleisen, die abwechselnd geschaltet werden. Man könnte sie auch für einen zweigleisigen Schattenbahnhof verwenden, was meine Wendeschleifen letztendlich auch sind. Natürlich kann man das auch anders lösen, aber ich habe mich in diese Techniken nicht eingearbeitet und daher verwende ich eben diese einfache, selbsterstellte Platine. Bei meiner Anlage liegt die Wendeschleife auf den beiden Kopfmodulen unter Tage. Darum habe ich diese Wendeschleifensteuerung entwickelt, damit etwas Abwechslung in den Fahrbetrieb kommt, ohne dass ich etwas tun muss.

        Ein Zug fährt auf Gleis 1 ein. Der Magnet unter der Lok löst über einen Reed-Kontakt die Schaltung aus, das eigene Gleis 1 wird stromlos geschaltet und das andere Gleis 2 wird freigegeben. Zugleich wird die Einfahrtsweiche auf das Gleis 2 gestellt, damit der nächste Zug dort einfahren kann.

        Der nächste Zug, fährt dann auf Gleis 2 ein, nach Auslösung wird Gleis 2 stromlos geschaltet, Gleis 1 freigegeben und die Weiche für den nächsten Zug auf Gleis 1 gestellt.

Material

Das benötigte Material ist überschaubar:

Ein Stück Streifenplatine

        1 Relais zweispulen/bistabil – zwei Wechsler

        2 Reed-Kontakte

        2 Dioden

        Etwas Draht

        Lötstifte und -schuhe bei Bedarf

        Magnete unter den Loks

Die Weichen müssen über eine Endabschaltung verfügen, sonst brennen sie durch.

Funktion

Der Reed-Kontakt in Gleis 1 schaltet das Bistabile Relais im Moment der Überfahrt. Dieses kann zwei Schaltzustände annehmen, die sich abwechseln, aber erhalten bleiben, wenn kein Strom mehr fließt. Da das Relais zwei Wechsler hat, wird einer davon für den Fahrstrom genutzt, der andere für die Weichenschaltung. Wenn das Relais also seinen Schaltzustand ändert, wird gleichzeitig das gerade befahrene Gleis abgeschaltet und das andere freigegeben, es steht dann unter Strom, bis das Relais wieder schaltet. Ebenso erhält die Weiche nun Strom auf ihrer anderen Spule. Da das Relais in diesem Schaltzustand bleibt, muss die Weiche, nachdem sie umgeschaltet hat, abgeschaltet werden, sonst brennt die Spule durch. Die meisten elektrischen Weichenantriebe verfügen über solch eine Endabschaltung, die das völlig unbemerkt erledigt. Prüfen muss man das aber schon.

Die Reed-Kontakte werden hier über Lötstifte zwischen den Leiterbahnen 2/4 und 2/5 angeschlossen, weil ich flexible Litze dazu verwendet habe und die einfach mit den passenden Schuhen anstecke. Man kann auch starren Draht direkt an der Platine anlöten. Man kann sogar einen Taster zusätzlich parallel zu dem Reed-Kontakt schalten, dann kann man manuell eingreifen und damit die Wendeschleifensteuerung austricksen.

Platine

Die Wendeschleifensteuerung ist auf einer einfachen Streifenplatine aufgebaut. Das Relais wird wie gezeigt eingesteckt und verlötet. Dann werden die Leiterbahnen an den Stellen mit dem X unterbrochen.

Weil die Schaltspulen des Relais bei diesem Relais auf Leiterbahn 4 und 5 liegen, muss hier die Leiterbahn zwischen den Eingängen unterbrochen werden.

Die Wechselschalter haben ihren Eingang auf Leiterbahn 7 und die Ausgänge auf den Leiterbahnen 9 und 11, weswegen auch hier die Leiterbahn unterbrochen werden muss.

Eingang:         16V Wechselstrom auf Bahn 1 und 2.

Ausgang:        Alle starren Drähte werden bei mir auf einer 7-poligen Lüsterklemme aufgelegt, die Reed-Kontakte werden ja eingesteckt.

Die blauen Leitungen steuern jeweils ein Gleis, über Bahn 7 kommt die Gleisspannung. Die braunen Leitungen schalten einen Weichenantrieb, welcher aber auf jeden Fall über eine Endabschaltung verfügen muss.

Beschaltung der Leiterbahnen

Leiterbahn 1 – hier kommt ein Pol der Wechselspannung an und wird über die Dioden zum Spulenausgängen auf Leiterbahn 4 und 5 gebracht.

Leiterbahn 2 – hier kommt der zweite Pol der Wechselspannung an und wird über die Pins an die Reed-Kontakte sowie über die Brücke zu Leiterbahn 7 an den Wechsler geführt, welcher die Weichen schalten soll.

Leiterbahn 3 – ist hier leer, Der Abstand wurde für das Relais benötigt.

Leiterbahn 4 – hier ist die Trennstelle wichtig. Auf der linken Seite kommt ja schon ein Pol an, auf der rechten Seite kommt der Schaltstrom von einem Reed-Kontakt zurück.

Leiterbahn 5 – hier ist die Trennstelle wichtig. Auf der linken Seite kommt ja schon ein Pol an, auf der rechten Seite kommt der Schaltstrom vom anderen Reed-Kontakt zurück.

Leiterbahn 6 – bleibt leer

Leiterbahn 7 – links kommt schon der Schaltstrom für die Weichen an, rechts kommt die Spannung für die Gleise an.

Leiterbahn 8 – wäre eigentlich leer, aber um die Anschlüsse auf einer Seite zu haben, habe ich mittels einer kleinen Brücke eine Weichenleitung von Leiterbahn 9 links dorthin geführt.

Leiterbahn 9 – links wurde gerade beschrieben, rechts kommt eine Leitung für die Gleisspannung hin.

Leiterbahn 10 – wie Leiterbahn 8, die zweite Weichenleitung

Leiterbahn 11 – wie Leiterbahn 9, die zweite Gleisleitung


Platine von der Bestückungsseite, die Leiterbahnen laufen wie auf dem rechten Bild gezeigt und werden bei den X unterbrochen.