Schwimmbecken/Swimmingpool

Zweck

Ich beschreibe hier eine einfache und relativ kostengünstige Möglichkeit einen beleuchteten Swimmingpool aus alten Schälchen herzustellen. Dieser Tip ist auch nichts Neues, ich habe ihn schon mehrfach im Netz gesehen. Aber man kann ihn unglaublich variieren. Leere Schälchen sind leicht verfügbar uns es gibt sie in allen möglichen Formen. Die Beleuchtung ist optional, bei Nacht sieht ein beleuchteter Pool aber schön aus, siehe Fotos unten.

Material

Das benötigte Material ist überschaubar:

– Schale von Wurst oder Streichkäse oder was halt da ist und passt.

– Farbe

– LEDs, ich bevorzuge hier 3mm, jede andere Sorte geht aber auch, mit passenden Widerständen für Ihre Spannung und  ein oder zwei Beilagscheibchen pro LED

– klares 2-Komponenten Gießharz

– Wasseroberflächenstrukturpaste

– schwarze Abtönfarbe

– Verdrahtungsmaterial und Kleinkram aus dem Bastelfundus

Funktion

Zur Beleuchtung: Die Beleuchtung muss nicht sein. Es ist aber auch nicht viel Aufwand, wenn man die Wirkung bedenkt.

Zur Füllung: Im Prinzip reicht auch eine durchsichtige Folie als Wasseroberfläche, die gibt es sogar mit Wasserstruktur. Ausschneiden und fertig. Wenn der Pool aber beleuchtet ist, wird man unbewusst einen Fehler feststellen. Das Licht leuchtet anders aus. Wem das nichts ausmacht, es ist okay. Wer es realistischer mag, braucht eine Füllung. 2-Komponenten Gießharz bietet sich hier an, ist aber auch die teuerste Komponente bei diesem Bau.

Bauanleitung

Zuerst muss die ausgewählte Schale penibel gereinigt werden. Rückstände von Fett würden die Haftung von Farbe verhindern. Wem die Schale zu tief ist, der kann sie bis zur gewünschten Wassertiefe mit Gips ausgießen. Gips ist viel billiger als das Harz, und nicht jeder Pool steht unter einem Sprungturm, wo man auch die Tiefe braucht. Wenn man eine Einstiegstreppe wünscht, ist jetzt die Zeit, diese aus Pappe herzustellen und einzukleben.

Dann werden die Löcher für die LEDs an den entsprechenden Positionen gebohrt. Wenn man das nach dem Lackieren macht, platzt die Farbe ab. Die LED muß gut durchpassen, sollte aber nicht zuviel Spiel haben, weil sonst später das Harz herausfließt. Wenn die Löcher passen, lackiert man den künftigen Swimmingpool innen und am oberen Rand. Ich verwende dafür lichtblaue Sprühfarbe.

Während die Farbe trocknet, kann man die Leiter anfertigen. Über ein Stückchen Holz wickelt man Draht, zweimal längs, mehrfach quer und verlötet dann an den Kontaktstellen den Draht. An einem Ende lässt man für den Einstieg den Draht frei. Vielleicht klappt es nicht auf Anhieb, aber mit etwas Übung sieht es recht gut aus. Danach kann man die Überflüssigen Drahtteile wegschneiden und das obere freie Ende umbiegen. Ich finde, das Abschneiden geht mit einer Schere besser, als mit dem Seitenschenider. Und schon ist eine Leiter fertig. Das macht man solange, bis alle Leitern fertig sind.

Beim Beleuchten der Swimmingpools ist zu beachten, dass das eigentliche Leuchtelement der LED nicht im Pool, sondern etwas außerhalb liegen sollte, sonst wird das Licht von oben zu grell. Ich verwende dafür eine Beilagscheibe, die die LED etwas auf Distanz hält. Bei 9V kann man ohne Probleme drei LEDs in Reihe schalten, dafür braucht man dann auch nur einen kleinen Widerstand. Mit zwei Stromkreisen könnte man sechs LEDs in den Pool bringen. Passt für einen großen Pool. Innerhalb eines Pools sollte man immer darauf achten, eine gleichmäßige beschaltung vorzunehmen, etwa zweimal drei in Reihe oder dreimal zwei in Reihe.

Dann werden die Beilagscheiben und die LEDs mit Sekundenkleber an die lackierten Schalen geklebt, so dass die LED nur etwas in den Swimmingpool ragt. Der Einfachkeit halber sollte man auf eine einheitliche Ausrichtung achten, damit man die LEDs nicht verpolt. Ich verlöte zuerst auf einem Pluspol einer LED, das ist das lange Drähtchen, den Anschlussdraht, daran kommt der Widerstand. Mit einer Batterie kann ich nun laufend kontrollieren, ob alles passt. Dann die Verbindung des kurzen Anschlusses der ersten LED auf das lange Drähtchen der zweiten LED usw.. Am Ende kommt dann noch der Anschlußdraht zum Minuspol und fertig.

Wenn alles funktioniert, kann man die LEDs abdichten. Gegen das Harz und dagegen, dass der Boden unter der Anlage beleuchtet wird. Ich pampe den Bereich um die LED großzügig mit unverdünnter schwarzer Abtönfarbe zu. Und das zweimal, dann sollte alles licht- und harzdicht sein. Weil die Abtönfarbe nicht so gut klebt, kann man alles noch vorsichtig mit Heißkleber sichern, aber aufpassen, manche Schälchen vertragen das gar nicht. Jetzt muss erst mal alles trocknen.

Vor dem Befüllen baut man den Swimmingpool an seinem Bestimmungsort ein  und muss darauf achten, dass er sauber in der Waage ist, sonst sieht es später hässlich aus. Nach Anweisung wird das Harz angerührt. Wenn Luftbläschen drin sind, ist das nicht schlimm, die leuchten dann schön. Es wird auch nicht komplett aufgefüllt, immer nur ein bis zwei Zentimeter. Und die letzte Schicht muss so tief oder flach sein, dass man noch die vorgesehenen Schwimmer  oder Badegäste einbringen kann, bevor mit der letzten Schicht alles festliegt.

Wenn alles gut ausgehärtet ist, kommt das Feintuning mit Modellwasser. Das ist beim Aufbringen weiß, trocknet aber durchsichtig aus. Damit kann man dann die Wellen nachbilden, wenn jemand schwimmt oder, mit Watte vermischt, die Wassersäule, wenn jemand ins Wasser springt oder rutscht. Auf die restliche Fläche tupft man mit einem Pinsel das Modellwasser gerade von oben auf, lässt es trocknen und hat ein schönes Schwimmbecken.