Zum Inhalt springen

3D-Drucke nachbearbeiten

Nach dem Druck ist natürlich noch nicht Schluss. Es gibt noch einiges zu tun und zu beachten, die Nachbearbeitung eben. Wir haben jetzt also unseren gedruckten, gereinigten und nachgehärteten Druck vor uns. Im Normalfall ist er jetzt noch auf der Grundplatte. Wie machen wir nun weiter? Dazu noch ein paar Grundlagen:

Supports im 3d-Druck

3D-gedruckte Figuren zeichnen sich dadurch aus, dass sie filigran und in verschiedenen Posen sind. Das bedeutet, dass sie auch unterschiedlich gestützt werden müssen. Steht eine Figur auf der Bauplatte, so müssen z.B. die herabhängenden Arme gestützt werden, weil sie sonst bis zur Schulter keinen Kontakt mit der Figur haben und so nicht gedruckt werden können. Supports an den Händen sind problematisch, weil sie dort an sehr empfindlichen und dünnen Körperteilen sind. Die einfachste Lösung ist, die Figur auf den Kopf zu stellen und so zu drucken. Hierbei muss der Kopf gestützt werden und die Schultern, damit beim Rumpf dann nicht der Hals durchreisst. Auch das ist problematisch, weil beim Abtrennen der Supports verhindert werden muss, dass der Kopf abbricht. Beide Lösungen haben also Probleme. Dazu kommt, dass längere Strukturen ebenfalls gestützt werden müssen, weil sie sonst zerreißen, wenn die Bauplatte die erste Schicht von der FEP zieht.

Abtrennen der Figuren von der Platte

Figuren sind von Natur aus sehr filigran. Besonders N-Figuren. Produktionsbedingt müssen die jeweils untersten Punkte der Figur mit Supports gestützt werden, weil sie ja sonst gar nicht gedruckt werden können. Sind das besonders filigrane Strukturen, wird es schwierig, weil die Figuren ja durch das Härten spröder werden. Ein scharfer Bastelseitenschneider hilft enorm bei den folgenden Arbeitsschritten. Und ein Blick für die Struktur der Figur.

Man schneidet damit sehr vorsichtig und nur mit der Spitze, damit sich die Figur nicht soviel bewegt. Hat man z.B. einen Support uam Kopf und je einen an den Schultern, löst man zuerst vorsichtig den Support am Kopf. Dann erst die an der Schulter. Ansonsten würde der Kopf abreissen. Um wegfliegende Teile nicht lange suchen zu müssen, kann man den Arbeitsschritt in einer Tüte durchführen.Sollte wirklich mal ein Kopf abbrechen, kann man ihn auch wieder ankleben.

Gefahrenhinweis

Manche Teile der Supports springen sehr leicht weg und fliegen auch schon mal einen Meter weit. Die Stücke sind scharfkantig. Deshalb sollte eine geeignete Schutzbrille getragen werden, damit die Augen nicht verletzt werden.

Versäubern

Danach wird die Figur versäubert. Das bedeutet, dass die Stellen, an denen die Supports die Figuren beim Druck an Ort und Stelle gehalten haben, eingeebnet werden. Im Normalfall hängt noch etwas vom Support dran. Das kann man gut mit dem Fingernagel, einem Skalpell oder dem Bastelseitenschneider entfernen. Dabei muss entsprechend vorsichtig vorgegangen werden, damit nicht Teile der Figur abbrechen. In seltenen Fällen führt das Abbrechen der Supports zu einer kleinen Delle. Die kann man gut mit etwas Farbe auffüllen. Bei der Gelegenheit werden auch Supports entfernt, die zwischen zwei Teilen der Figur platziert wurden, so wie hier zwischen Oberschenkel und Hand.

Bemalen der Figuren

Vor dem Bemalen der Figuren kann man diese nochmal mit Seifenwasser reinigen und mit einem Haftgrund grundieren. Ich mache das für meine Figuren aber nicht. Ich beginne gleich mit dem Bemalen.

Die Reihenfolge ist einfach, genau so, wie man sich anziehen würde. Das Erste sind die freien Hautstellen, Gesicht Arme, vielleicht die Beine. Dann die Kleidung nach dem angesprochenen Schema. Damit liegen die Farbschichten richtig. Es würde an den Farbkanten auffallen, wenn die Hautschicht über den Kleidungsschichten liegen würde.

Zuletzt kommen die Gegenstände dran, Werkzeuge, Taschen oder Materialien. Dann werden zuletzt noch Fehlerstellen ausgebessert und unsere Figur ist fertig.